Vor zehn Minuten haben wir unsere Züchter Claudia und Mark verabschiedet. Wir sitzen vor dem Fernseher und trinken ein Bierchen. Und wir sind glücklich.
Nach mehrfachem Untersuchen und Vergleichen der Geschlechtsteile unserer Hamster sind wir uns allesamt ziemlich sicher, dass Frieda und Maja doch Mädels sind und die Turnübungen, die die beiden gestern veranstaltet haben, scheinbar nur “Trockenübungen” waren. Ein geringes Restrisiko bleibt natürlich trotzdem. Aber das ist uns erst einmal egal. Frieda und Maja bleiben bei uns – als Mädels.
Claudia und Mark, habt vielen Dank für eure Unterstützung und dafür, dass ihr heute Abend extra zu uns nach Hause gekommen seid, um die Geschlechterfrage zu klären. Das ist für uns nicht selbstverständlich und wir hoffen, dass unsere letzten beiden Blogbeiträge, die nur auszugsweise das erzählen, was wir gestern und heute erlebt haben, vielleicht doch den einen oder anderen potenziellen Hamsterbesitzer dazu bringen, seinen Hamster nicht aus der Zoohandlung sondern vom Züchter zu beziehen.
Schafft man sich Hamster an, hat man immer etwas zu tun und zu gucken. Das ist ja das Schöne an Haustieren. Was wir aber gestern erlebt haben, gehört normalerweise nicht zum Alltag eines Hamsterbesitzers.
Angefangen hat die Geschichte damit, dass das Laufrad von Frieda und Maja auf dem Untergrund irgendwie geklappert hat. Als wir das Laufrad kurzzeitig herausnahmen, um es anders zu positionieren, fingen Frieda und Maja an der Stelle an, wo eben noch das Laufrad stand, sich merkwürdig miteinander zu “beschäftigen”. Sie haben ganz eng beieinander gesessen, sich intensivst geputzt, mit den Pfötchen gespielt und mit den Schnäuzchen geneckt, sich aber nicht gebissen. Das sah superniedlich aus. Wir kamen aber ins Grübeln, als eine der beiden “Mädels” ihr Hinterteil immer wieder flach auf den Boden drückte und das Schwänzchen hob. Dann machte es bei uns Klick und wir erinnerten uns an YouTube-Videos, die Balzrituale bei Zwerghamstern zeigten. Wir haben das Spiel sofort mit der Kamera gefilmt und unseren Züchtern geschickt, die uns kurz danach – es war schon nach 22 Uhr – anriefen und sagten, wir sollen die Frieda und Maja voneinander trennen, denn was wir beobachtet hatten, war tatsächlich das Vorspiel vor der eigentlichen Paarung. Als wir vor dem Käfig standen, waren unsere zwei “Mädels” aber schon voll dabei. Zu spät.
Wenn wir Frieda und Maja richtig beobachtet haben, ist Maja scheinbar doch ein Böckchen, obwohl ihr / sein Verhalten komplett dagegen spricht – aber sie / er hat Frieda bestiegen. Unsere Züchter kommen heute Abend bei uns vorbei und schauen sich Frieda und Maja gründlich an. Sie werden einen der beiden Hamster mitnehmen und dann beobachten wir die nächsten Tage, ob sich bei Frieda oder Maja etwas tut. Abhängig davon, wer das Weibchen bekommt, kann es also passieren, dass wir demnächst unfreiwillig Jungtiere im Haus haben werden. Da es aber die schönste Sache der Welt und immer wieder ein Wunder der Natur ist, freuen wir uns trotzdem auf das, was vielleicht bald auf uns zukommt. Wenn alles vorbei ist und die Jungtiere (falls die Paarung erfolgreich war) etwas größer sind, werden wir wahrscheinlich das Weibchen, also Frieda oder Maja, und eine Tochter (sofern bei dem Wurf ein Mädel dabei ist) bei uns aufnehmen. Die anderen Jungtiere und das Böckchen würden wir aber an unsere Züchter abgeben, da wir leider keinen Platz für sie haben. Aber nun müssen wir erstmal abwarten.
Eines haben wir bereits jetzt schon festgestellt. In solchen Situationen kann man sich auf seine Züchter verlassen, bekommt vollen Rückenhalt und jede Unterstützung, die man braucht. Züchter machen nach Möglichkeit Hausbesuche und nehmen dem Hamsterbesitzer auch Hamster ab. Das bietet eine Zoohandlung sicher nicht.
Das gefilmte Paarungszeremoniell möchten wir euch natürlich zeigen, da es euch vielleicht irgendwann auch helfen wird, die Zeichen richtig zu deuten.
Wir schreiben hier auf myCampbell.de viel Wissenswertes über Campbell- und andere Zwerghamsterarten. Die meisten Informationen konnten wir durch eigene Erfahrungen sammeln. Vieles haben wir erlebt, im Internet nachgeschlagen und hinterfragt. Nun mussten wir aber mit einem kleinen Schmunzeln festellen, dass es manchmal gar nicht so einfach ist, sich an das zu halten, was wir hier “predigen”.
Wir haben unsere Hamster erst wenige Tage, stehen so oft wie möglich vor dem Käfig und hoffen, einen Blick auf Frieda, Maja und Hugo erhaschen und sie vielleicht sogar streicheln und aus dem Käfig herausnehmen zu können. Wir würden auch gern mehr Fotos von unseren Kleinen machen. Aber Hamster haben ihren eigenen Kopf. Sie machen was sie wollen. Wir Körnergeber spielen in diesem Spiel nur eine untergeordnete Rolle.
Dass diese Erfahrung, die wir zuletzt beim Einzug von Emma und Heidi machen mussten, ganz normal ist, wurde uns wieder bewusst, als uns einviel, dass wir zum Thema “Hamster und die Gewöhnung an den Menschen” schon einmal einen Blogbeitrag veröffentlicht hatten. In dem Beitrag hatten wir euch Tipps gegeben, wie ihr einen neuen Hamster an euch gewöhnen könnt. Daran halten wir uns auch. Wir hatten aber auch darauf hingewiesen, dass diese Eingewöhnungsphase einen Moment dauern kann und der frisch gebackene Hamsterbesitzer vor allem eines braucht: Geduld.
Tja, Fabian und Katrin, manchmal kann man auch von sich selbst lernen
Hier haben wir auch schon das erste Video mit unserem Campbell-Zwerghamster-Böckchen Hugo. In dem Video seht ihr tatsächlich Hugo´s erste Sekunden im neuen Zuhause und könnt auch gleichzeitig sein schönes Fell bewundern. Ist das Stummelschwänzchen nicht niedlich?