02.07.2008
Tiergerechte Hamster-Käfigeinrichtung
In letzter Zeit habe ich festgestellt, dass Besucher von myCampbell.de desöfteren Informationen zur tiergerechten Einrichtung ihres Hamsterkäfigs suchen. In diesem Artikel möchte deshalb ein wenig genauer auf das Thema eingehen.
Der Käfig
In der Zoohandlung und auch in vielen Online-Shops findet man oft nur viel zu kleine Käfige aus Plastik. Erstens braucht der Hamster eine gewisse Bewegungsfreiheit, gute Maße für die Grundfläche eines Käfigs sind 120 x 60 cm. Zweitens ist Plastik für einen Hamster überhaupt nicht geeignet. Das bezieht sich nicht nur auf den Käfig, sondern auf jedes Einrichtungsstück. Hamster sind Nager und würden das ungesunde Material aufnehmen.
Entweder man greift auf ein Terrarium entsprechender Größe zurück oder baut sich einen Käfig aus Holz. Terrarien haben den Nachteil, dass die Luftzirkulation nicht besonders gut ist und sie sich im Sommer schnell aufheizen. Da Campbell-Zwerghamster keine hohen Temperaturen vertragen, muss das Terrarium einen kühlen Platz ohne direkte Sonneneinstrahlung bekommen. Zudem gibt es in einem Terrarium keine dunklen Bereiche, die der Hamster allerdings dringend benötigt, da er auch tagsüber schläft. Hier muss die Behausung entsprechend eingerichtet werden.
Der Käfig aus Holz ist meiner Meinung nach die beste Lösung für einen Hamster. Die Kosten für einen Holzkäfig können aber schnell über denen eines Terrariums liegen. Es ist bei der Wahl des Materials auf unbehandeltes Holz zu achten, da die verwendeten Lacke oft giftig sind. Um das Holz resistenter gegen Urin zu machen, kann man es mit Lacken impregnieren, die auf der Dose das Umweltzeichen zu stehen haben und einen Hinweis darauf, dass der Lack für Babyspielzeug geeignet ist.
Weitere Informationen dazu erhaltet ihr auch in unserer Kategorie Käfigbau.
Einstreu
Auch beim Einstreu sollte man nicht zu sparsam sein und verschiedene Einstreusorten verwenden. Als Grundstreu ist Maisstreu zu empfehlen, da es nicht staubt und Gerüche längere Zeit zurückhält. Möchte man normales Holzeinstreu nehmen, ist darauf zu achten, dass es nicht mit Düften behandelt ist und nicht zu grob aber auch nicht zu fein ist. Der Campbell-Zwerghamster hat empfindliche Pfötchen. Am besten kauft man Holzeinstreu, wenn direkt drauf steht, dass es für Zwerghamster geeignet ist.
Hamster brauchen Sandbäder, um ihr Fell von Fetten und anderen Verunreinigungen befreien zu können. Wir haben dafür einfach nur eine flache Schale mit Chinchillasand in den Käfig getan. Die Schale sollte in der Breite und in der Länge mindestens doppelte Hamsterlänge haben, damit der Hamster ordentlich wühlen kann.
Um Bereiche im Käfig abzudunkeln, kann Wiesenheu ausgelegt werden. Hier gilt lieber zu viel als zu wenig. Unsere Hamster beispielsweise haben sich unter dem Strohhaufen in einer Ecke ihre Vorratskammer angelegt.
Auf freien Flächen kann man Hanfmatten auslegen. So kann der Hamster nicht ausrutschen und sich sogar kleine Behausungen bauen. Wichtig ist, die Hanfmatten täglich nach Urin zu untersuchen. Hanfmatten können Flüssigkeiten schlecht aufnehmen. Es fängt schnell an zu riechen und greift das darunterliegende Holz an. Die verschmutzten Bereiche kann man einfach ausschneiden und ersetzen. Unsere Hamster mögen es und wir können es nur empfehlen.
In unserer Kategorie Einrichtung und Zubehör findet ihr weitere Informationen.
Behausung
Bei der Behausung könnt ihr eurer Fantasie freien Lauf lassen. Entweder ihr nutzt das Angebot von Zoohandlungen oder Online-Shops oder baut die Häuschen selbst. Wir selbst haben diverse Häuser aus Naturholz in verschiedenen Größen, die wir ab und zu austauschen, damit unsere Hamster Abwechslung bekommen. Immer mit dabei sind Kugeln und Pyramiden aus Strohgeflecht. Denkbar sind auch Tontöpfe, Röhren aus Holz oder Pappe und und und. Auf jeden Fall sollte man dem Hamster mehr als eine Behausung gleichzeitig in den Käfig stellen, da sie gern auch mal ihren Schlafplatz wechseln.
Damit es der Hamster ein wenig kuscheliger hat, kann man ihm ein Stückchen Hanfmatte als Unterlage in die Häuschen packen. Zusätzlich kommt noch eine kleine Ladung Heu oder Nistmaterial aus Baumwolle hinzu. Wir verwenden u.a. Mucki Kapok-Nistmaterial.
Fressen und Trinken
Für Grün- und Trockenfutter sollten getrennte Schälchen verwendet werden. Wir haben für Grünfutter eine Kugel aus Metallstreben aufgehängt und (Metallkugeln / Food Balls sind für Hamster nicht geeignet!) für das Trockenfutter auf jeder Etage ein Tonschälchen. Grünfutter verteilen wir im Käfig. Wasser bekommen die Hamster ebenfalls aus einer größeren Tonschale. Alternativ kann man auch eine Tränke aufstellen oder anhängen.
Spielplatz
Damit sich der Hamster nicht langweilt, sollte man ihm einen kleinen Spielplatz einrichten. Ganz besonders wichtig ist ein geeignetes Laufrad. Unser Tipp ist das Wodent Wheel. Es hat eine geschlossene Lauffläche und hat an der Seite Löcher, durch die der Hamster ins Laufrad klettern kann. So kann er nicht abrutschen oder aus dem Laufrad fallen. Außerdem haben wir unseren Hamstern Holzröhren, Wippen und Treppen in den Käfig getan. Die Holzröhren nutzt der Hamster übrigens nicht nur zum Spielen, er verwendet sie auch als Unterschlupf, um in Ruhe fressen zu können.
Noch ein Satz zum Käfig. Unser Käfig verfügt über zwei Etagen. Zusätzlich haben wir noch Zwischenebenen über Teilflächen eingebaut. Damit haben unsere Hamster nicht nur in der Waagerechten, sondern auch vertikal genügend Auslauf- bzw. Kletterflächen und Bewegungsfreiheit.
Beiträge zu geeigneten Laufrädern findet ihr in der Kategorie Einrichtung und Zubehör.
Quellen:
http://www.diebrain.de/hi-einrichtung.html
https://www.rodipet.de/bauanleitung.htm
http://www.hamster-infos.de/Hamster-Kaefig/10/
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