12.01.2010
Wie erkennt man seriöse Campbell-Zwerghamster-Züchter?

Da wir zur Zeit selbst auf der Suche nach einem Züchter für Campbell-Zwerghamster sind, haben wir uns natürlich die Frage gestellt, wie man einen Züchter findet, dem man vertrauen kann, der ausreichend Hintergrundwissen zum Tier und zur Zucht von Campbells mitbringt, der die Tiere artgerecht hält und behandelt.
Aus diesem Grund haben wir uns in Fachforen und bei Züchtern informiert und möchten euch unsere Erfahrungen selbstverständlich auch mitteilen. Diese Liste ist auf keinen Fall vollständig. Belest euch vor dem Kauf eines Hamsters, fragt das Fachwissen des Züchters ab, schaut euch an, wie der Züchter die Tiere hält und – ganz wichtig – hört auf euer Bauchgefühl.
Wenn ihr denkt, unsere Liste muss um bestimmte Punkte erweitert werden, hinterlasst bitte einen Kommentar! Vielleicht entsteht auf diesem Weg sogar eine interessante Diskussion?
Wie erkennt man seriöse Campbell-Zwerghamster-Züchter?
- Wenn ihr Züchter gefunden habt, befragt die Community (Fachforen), ob ihnen diese Züchter bekannt sind und welche Erfahrungen sie mit ihnen gesammelt haben.
- Seriöse Züchter verstecken sich nicht. Sie haben optimalerweise eigene hochwertige Websites mit Referenzen und informieren ausführlich über die Hamster und die Art, die sie züchten. Sie sind aktive Mitglieder in Fachforen.
- Fragt das Fachwissen der Züchter ab. Was wissen sie über die Art? Können Sie euch Tipps zur Haltung und Ernährung von Jungtieren und allgemein Campbells geben? Hinterfragt diese Tipps und macht einen Faktencheck.
- Achtet darauf, dass die Hamster des Züchters artgerecht gehalten werden. Ist der Käfig artgerecht? Was enthält er für Zubehör? Sehen die Hamster gesund aus oder wirken sie krank und sind unterernährt?
- Seriöse Züchter stehen dir auch nach dem Kauf zur Seite und geben dir Tipps, wenn du Fragen hast.
- Der Züchter deines Vertrauens sollte seine Tiere wieder zurücknehmen, wenn du sie selbst nicht mehr halten kannst. Das heißt nicht, dass du dir vor dem Kauf des Hamsters keine Gedanken darüber machen musst, ob du für einen Hamster sorgen kannst. Der Züchter ist keine Notreißleine.
- Die Zuchtweibchen benötigen zwischen den Schwangerschaften Pausen. Nach einer gewissen Anzahl an Nachzuchten sollten sie in Rente gehen dürfen. Durchsucht das Internet, analysiert die Internetpräsenz des Züchters. Bietet dieser zu oft Jungtiere an, hat er entweder viele Weibchen oder missachtet die Regeln seriöser Hamsterzucht.
- Zuchttiere dürfen nicht aus Zoohandlungen stammen. Sie verfügen über einen langen und vollständigen Stammbaum. Bei Zuchttiere oder deren Vorfahren dürfen keine Erbkrankheiten auftreten. Befragt die Züchter zu den Ahnen und lasst euch den Stammbaum der Zuchttiere zeigen.
- Seriöse Züchter betreiben keine Inzucht.
- Verantwortungsbewusste Züchter geben die Jungtiere erst nach 6 – 7 Wochen ab. Bis dahin bleiben sie bei den Müttern, um das notwendige Sozialverhalten zu erlernen.
- Wildfangnachzuchten haben erheblich seltener mit Diabetes zu kämpfen als Farbzucht-Campbells. Gerade dann, wenn Zuchtlinien nicht ausreichend lange überwacht werden, leiden die betroffenen Farbzucht-Campbells öfter an der Krankheit. Auch hier kann der Stammbaum Auskunft geben.
- Der Züchter sollte auch dich als Hamsterbesitzer nach deinem Wissen befragen. Hast du Erfahrungen mit Hamstern? Hast du Erfahrungen mit Hamstern dieser Art? Wie sieht dein Hamsterkäfig aus? Kennst du dich mit artgerechter Haltung und Ernährung aus? Es sollte den Hamsterzüchter interessieren, wohin er seine Hamster abgibt. Ein seriöser Züchter sollte “Nein” sagen, wenn er seine Hamster nicht in guten Händen sieht.
- Seröse Züchter verlangen Schutzgebühr, die gern auch bei 15 – 20 EUR pro Tier liegen kann, und schließen Schutzverträge ab. Nur so kann sichergestellt werden, dass Jungtiere nicht als Schlangenfutter enden.
- Der Züchter des Vertrauens züchtet nur äußerst wenige Hamster- bzw. Tierarten. Genauer genommen spezialisiert er sich auf wenige. Nur so kann man sicher sein, dass sich der Züchter wirklich mit dem Tier auskennt und nicht nur oberflächliches Halbwissen besitzt.
- Hört auf euer Gefühl! Wenn ihr euch unsicher seid oder euch bei einem Züchter unwohl fühlt, lasst es lieber.
Quellen:
Foto: Claudia und Mark
(Die Jungtiere auf dem Foto sind übrigens allesamt Böckchen. Eventuell zieht von diesen niedlichen Hamstern bald auch einer bei uns ein…)
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Aaaaawww!!! Die sind ja süüüß! <3
Hab mal bei denen auf der Seite geschmökert und würde ALLE nehmen *kicher* Ich bin schon gespannt und kann es kaum erwarten, bis Ihr wieder über die "Fellklopse" berichtet, die bei Euch einziehen
“Seröse Züchter verlangen Schutzgebühr, die gern auch bei 15 – 20 EUR pro Tier liegen kann”
Das stimmt nicht. Die meisten guten Züchter nehmen eine Schutzgebühr, diese lässt sich aber an keiner Zahl festmachen. Wenn ein Züchter will, dass seine Tiere gut unterkommen ist das durch eingehende Unterhaltung mit den Interessenten gewährleistet. Ein hoher Preis schützt nicht vor schlechten Haltern und ist auch umgekehrt kein Garant für tolle Züchter.
Will ein Züchter verhindern, dass seine Hamster verfüttert werden, muss er keine überhöhten Preise einführen. Eine Futtermaus kostet im Laden 1,50 bis 3 Euro. Kein Reptilienbesitzer würde mehr zahlen und sich dann noch die Mühe machen, den Züchter zu belügen.
@Stefan: Willkommen auf myCampbell.de! Dass man an der Höhe der Schutzgebühr nicht erkennen kann, ob ein Züchter gut ist oder nicht, sollte hoffentlich jedem klar sein. Durch intensive Gespräche können sowohl Züchter als auch Hamsterhalter feststellen, ob sie geeignete Züchter / Hamsterhalter sind.
Natürlich kann man die Schutzgebühr nicht an einer Zahl festmachen. Wir wollten damit nur eine Hausnummer nennen. Wir kennen die Schutzgebührhöhe mehrerer Züchter und die liegt tatsächlich zwischen 7,50 EUR und 20 EUR. Du hast natürlich Recht – bei Futtermauspreisen von ca. 3 EUR müsste ein Hamster 3,50 EUR kosten, um ihn vor der Verfütterung zu bewahren…
Die von Fabian genannten Schutzgebühren kann ich nur bestätigen. Neulich habe ich einen Mittelhamsterzüchter im Netz entdeckt, der für einen Mittelhamster mittlerweile 25 € Schutzgebühr möchte.
Meiner Meinung nach ist dieser “Preis” vollkommen berechtigt. Allein ein hamstergerechtes Laufrad (Wodent Wheel) kostet stattliches Geld.
Hallo. danke für die Begrüßung.
Es gibt genauso aber auch Vermehrer die keine Ahnung haben aber Profit aus ihren Tieren schlagen wollen. Und die nehmen ähnlich hohe Preise.
@Stefan: Natürlich erkennt man am Preis / der Höhe der Schutzgebühr nicht, ob man es mit einem guten Züchter zu tun hat. Deswegen haben wir diese Liste veröffentlicht. Das Zusammenspiel aller Punkte – und wahrscheinlich noch weitere – schafft ein Bild, mit dessen Hilfe man sich für einen Züchter entscheiden kann. Wenn dir als Hamster-Suchenden beim Kontakt mit einem Züchter nur das Geringste merkwürdig vorkommt, dann sollte man lieber weiter nach Züchtern suchen…