08.03.2010
Sinn und Unsinn von Blog-Rankings
Seit wir bei wikio die Kategorie Tierblogs vorgeschlagen haben und vom wikio-Team zu den wikio-Experten in dieser Kategorie ernannt wurden, beschäftigen wir uns sehr viel mehr mit Tierblogs jeder (Tier)Art und eben auch Rankings als früher.
Liest man sich durch die Blogosphäre, fällt manchmal auf, dass Blogger ihr Interesse an Bloglisten, Rankings und der Zahl der Feed-Abonnements nicht zugeben wollen. Man hört Aussagen, wie “Es geht nicht um Platzierungen, es geht um die Qualität der Beiträge und um viele nette Leser und zahlreiche Kommentare – Bloggen soll Spaß machen”. Gleichzeitig findet man trotzdem Buttons mit Ranking-Positionen oder die Zahl der Feed-Abonnenten.
Wir finden das ganz und gar nicht schlimm. Im Gegenteil. Einen gewissen Ehrgeiz kann wohl niemand abstreiten. Man freut sich doch, dass man wieder mehr Leser gewinnen konnte oder einige Positionen im Ranking nach vorne gekommen ist. Man weiß sich in der Blogosphäre einzuordnen und erhält Feedback, ob man mit seinem Blog erfolgreich ist – wobei “Erfolg” von jedem Blogger ganz subjektiv definiert wird. Die Aussage aus dem vorigen Abschnitt würden wir trotzdem unterschreiben.
Der Hauptgrund, warum wir Blog-Rankings als sinnvoll empfinden, ist aber ein anderer: Rankings sind wahre Fundgruben. Egal wie aktiv man in der Blogosphäre ist, wie sehr man sich durch Blogs klickt, man wird nie alle Blogperlen erwischen. Das hat verschiedene Gründe. Manche Blogs sind neu und den meisten Bloggern schlicht und ergreifend unbekannt. Manche Blogger kommentieren weniger als andere und sind dadurch schwerer über andere Blogs zu finden. Und es gibt Blogs, die keine Mainstream-Themen sondern Nieschen- und Spezialthemen behandeln und somit nicht allgemeinkompatibel sind. Trotzdem können alle diese Blogs gut sein.
Seit wir aktiv nach uns unbekannten Tierblogs suchen, die dann in das wikio-Ranking aufgenommen werden, sind wir bereits auf einige nette Blogs gestoßen, die auch gleich in unserem Feed-Reader gelandet sind. Deshalb zeigen wir auch gern unsere Ranking-Positionen und haben entsprechende Buttons in der Sidebar eingebunden.
Wie steht ihr zu “Schwanzvergleichen”, Rankings, Listen und Co? Wie wichtig sind sie euch? Wie wichtig sind sie für die Blogosphäre?
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Mh, also vergleichen tue ich mich mit anderen weniger. Klar, will ich wissen, wie viele Besucher mein Blog in etwa hat und wie viele ihn womöglich über einen Feedreader mitverfolgen. Aber ein Ranking als direkter Vergleich mit anderen Bloggern interessiert mich herzlich wenig. Ich denke, das macht auch mehr Sinn, wenn man sich einem bestimmten Thema widmet. Wenn man aber eher ins Blaue hinein bloggt, mal über dies und mal über jenes, dann gibt es auch nichts, woran man sich vergleichen könnte.
Private Blogs ohne konkretes Thema gibt es wahrscheinlich zu tausenden und ein Vergleich wäre eher deprimierend. Ich schätze dann tatsächlich eher den direkten Kontakt, ob nun über Kommentare oder weil mich Freunde über die einschlägigen Messenger direkt anschreiben. Teilweise habe ich auch einfach selbst meinen Spaß daran, in alten Einträgen zu stöbern. Besonders Rückblicke auf die Schulzeit sind aus meiner heutigen Position sehr lustig und ich amüsiere mich köstlich über die “Probleme” meines jüngeren Selbst.
Hallo Fabian,
ich musste gerade lachen, den die selbe Erfahrung hab ich mit den Weinbloggern gemacht. Ich hatte einfach mal ein Ranking zusammengestellt, weil ich wissen wollte, wo ich stehe. Die ersten Reaktionen, wer braucht so einen ‘Schwanzvergleich’? Aber die Zugriffszahlen belegen es, gelesen wird es, Monat für Monat…
Ab März gibt es das Ranking der Weinblogger bei Wikio (mit mir als Experten)… Ich bin gespannt, auf die Zugriffszahlen!
Lieben Gruß
Michael
Ich freue mich, dass überhaupt Leute meinen alltäglichen Wahnsinn verfolgen und damit ich einen Überblick (für mich alleine) habe, habe ich auch einige Buttons in der Sidebar, die mir den aktuellen Stand der Dinge mitteilen.
Einen Vergleich mit anderen Blogs will ich gar nicht stellen, denn dazu bin ich ein zu kleines Licht im WWW und meine Themen sind nicht speziell, sondern auf meinem Mist gewachsen, den ich als Heldin des Alltags so fabriziere
Wie schon gesagt, ich freue mich über meine aktuell 40 Feedabonennten genauso, als wenn es nur 2 wären!
Kein Ranking ist perfekt oder das Mass aller Dinge – bei Wikio können wir nur die Backlinks der Blogs berücksichtigen, die wir auch indexieren.
Als Blogger kennt man bestimmt viele virtuelle Nachbarn – wie soll man sich aber als Nicht-Blogger oder Neuling zurechtfinden? Selbst wir bei Wikio entdecken immer wieder Neuland – bei vielen Kategorien waren wir überrascht, wie viele Blogger es gibt, die regelmässig über ihre Arbeit, ihr Leben oder ein Hobby erzählen.
Es soll auch keinesfalls nur um die Position im Ranking gehen, sondern auch darum, neue Blogs zu entdecken. Und so landet eben auch mal ein Wein-Experte auf einem Hamsterblog
@chrissi: Meine ersten Beiträge auf myCampbell.de finde ich auch “interessant”^^ Blogs sind eben Tagebücher. Von daher darf man schon mal in die Vergangenheit schauen und sich amüsieren.
@Michael: Herzlich Willkommen auf myCampbell.de!
Wir stellen auch fest, dass unsere wikio-Beiträge recht beliebt sind. Glückwunsch zum Experten-Titel und viel Erfolg mit dem Ranking! Ich hoffe, wir lesen uns interdisziplinär häufiger?
@Consuela: Klar, wir freuen uns auch über jeden Leser. Ich bin der Meinung, dass kein Blogger ein kleines Licht ist. Nur durch die Blogger entsteht die Blogosphäre. Außerdem haben wir auch noch keine 100 Feed-Abonnenten^^
@Tea: Kein Ranking muss perfekt oder vollständig sein. Es gibt eben verschiedene Ansätze, die Rankings zu erstellen. Manche sind besser, manche schlechter. Und wikio ist schon ziemlich gut und nicht so leicht manipulierbar, wie ich finde. Wir beobachten uns auch in mehreren Rankings und erhalten so einen Rundumblick, der dann ziemlich zuverlässig ist.
“Und so landet eben auch mal ein Wein-Experte auf einem Hamsterblog” – schön gesagt! Darum geht es nämlich eigentlich.
Mh, haben wenn es nur darum geht, andere Blogs zu finden, warum macht man dann ein Ranking? Warum nicht einen Webring ohne Positionierung? Oder sind die Webrings nur einfach wieder vollkommen aus der Mode gekommen?
@chrissi: Ich glaube, Bloglisten werden schneller langweilig. Es tut sich nicht so viel. Bei Rankings kommt bei vielen Bloggern noch der Faktor Ehrgeiz hinzu, oder?