Gestern waren wir auf der VOX-Website im Bereich “hundkatzemaus – das haustiermagazin” und haben uns einen Artikel über Zwerghamster durchgelesen. Dort wurde wieder einmal geschrieben, dass Zwerghamster grundsätzlich einzeln gehalten werden müssen – ohne jede Differenzierung nach der Art des Zwerghamsters.

Besitzer und Züchter von Campbell-Zwerghamstern werden bestätigen, dass man Campbell-Zwerghamster durchaus in der Gruppe halten kann. Auch wir sehen das so. Nach Emma und Heidi halten wir auch Frieda und Maja zusammen. Da wir öfter darauf angesprochen werden, ob Gruppenhaltung bei Campbells möglich ist, und in Magazinen und auf Websites mit Vorbildfunktion immer wieder lesen, dass Zwerghamster ausnahmslos Einzelgänger sind, möchten wir euch noch einmal unsere Meinung zum Thema Campbell-Zwerghamster und Gruppenhaltung mitteilen.

Bei vielen Zwerghamsterarten ist es tatsächlich der Fall, dass diese einzeln gehalten werden müssen. Campbell-Zwerghamster sind da unter bestimmten Voraussetzungen die Ausnahme. Sie sind sehr gesellschaftsfähig und können auch zu zweit oder in kleinen Gruppen zusammen gehalten werden. Sehr gut funktioniert das, wenn es sich um weibliche Geschwister aus einem Wurf handelt, die gemeinsam aufgewachsen sind. Bei männlichen Geschwistern kann es gutgehen, muss es aber nicht. Männliche Zwerghamster zeigen eher Revierverhalten, was schnell zu Auseinandersetzungen mit bösem Ausgang führen kann. Wir persönlich halten Männchen daher lieber einzeln und nur Weibchen in der Gruppe. Es ist also nicht richtig, wenn man von Zwerghamstern als Einzelgänger im Allgemeinen und ohne Berücksichtigung bestimmter Voraussetzungen spricht.

Wir sind der Meinung, dass es auf jeden Fall einen Versuch wert ist, Campbell-Mädels aus einem Wurf zusammen zu halten. Das gemeinsame Laufen im Laufrad, das Spielen und Necken oder die vier oder mehr Augen, die euch gleichzeitig anschauen, wenn ihr die Käfigtür aufmacht. Wir wissen aus Erfahrung, dass Gruppenhaltung bei Campbells tatsächlich gutgehen kann.

Eines müsst ihr auf jeden Fall beachten: Wenn sich eure Campbells so streiten, dass ihr die Gesundheit der Kleinen in Gefahr seht, müsst ihr sie sofort und ohne Zögern voneinander trennen. Ebenso kann es in seltenen Fällen passieren, dass ihr zwei junge Campbell-Weibchen bekommt und eines der Jungtiere ist doch ein Männchen. Auch dann müsst ihr die Hamster sofort voneinander trennen, da sonst schnell Nachwuchs anstehen kann. Solltet ihr Campbell-Zwerghamster also in der Gruppe halten, müsst ihr für den Notfall so viele Käfige und Zubehör auf Lager haben, dass ihr alle in der Gruppe gehaltenen Campbells trennen könnt.

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Autor des Artikels: Fabian

Seit Juni 2008 betreibe ich mit Katrin myCampbell.de. Wenn ich hier nicht blogge, bin ich Web-Entwickler, spiele E-Gitarre und Trompete und genieße mein Leben als Wahl-Berliner.

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11 Kommentare zu “Halbwahrheiten: Campbell Zwerghamster und Einzelhaltung”

  1. MorAntscha sagt:

    Sind wirklich Halbwahrheiten.

    Habe ja leider keine Campbells, was wohl bei mir einfacher wäre ^^ aber wenn man sich ein wenig beschäftig mit dem Thema geht da auch so.
    Bei diesen Sendungen kann auch mal gut Mist erzählt werden, da sollte man nicht immer direkt drauf hören, sondern auch nach horchen.

    Find ich super das ihr das hier thematisiert.

  2. Consuela sagt:

    Ich hab die Sendung auch gesehen und gleich an Euch gedacht ;)

    Ich denke, es wird bei jeder Tierart immer eine Halbwahrheit erzählt. Bei Kaninchen hält sich bei vielen weiterhin das Gerücht, dass man es mit Meerschweinchen zusammen halten kann. Solche Halbwahrheiten wird man so schnell nicht los, da sollte man schon genauer hinterfragen, wenn man eine artgerechte Haltung anstrebt.

    Und genau dafür gibt es ja solche tolle Blogs wie Euren, der sich mit dem Thema auseinandersetzt! :)

  3. Heike sagt:

    Ansonsten war der Beitrag in HundKatzeMaus auf VOX völlig ok. Die unterschiedliche Gestaltung der Gehege für die verschiedenen Zwerghamsterarten wurde gut gezeigt. Auch waren diese von akzeptabler Größe.

  4. chrissi sagt:

    Mh, ohne eure Erfahrungen in Frage stellen zu wollen, bin ich doch froh, das von Zwerghamstern endlich aus dieser Richtung berichtet wird. In den meisten Zoohandlungen, wo wahrscheinlich ein Großteil der Hamsterhalter ihr geliebtes Tierchen gekauft haben, gibt es meistens Gold- und Dsungarische Zwerghamster. Und gerade Dsungarische Zwerghamster neigen eher zu Aggressivität und Revierverhalten. Zweimal schon konnte ich das jetzt beobachten, einmal mit Todesfolge des schwächeren Tieres, weil wir zu spät verstanden haben, was passiert. In beiden Fällen waren es Geschwister.
    In Zoohandlungen, wo noch heute zu kleine Käfige und Joggingkugeln verkauft werden, wird einem unter Umständen auch noch erzählt, man soll die Dsungaren zusammen halten, damit sie nicht so einsam sind… Und diese Kombination – zu kleine Käfige und zwei Hamster – das geht einfach überhaupt nicht!

    Ich kenne die Zielgruppe von Vox nicht, aber für unerfahrene Eltern und Jugendliche finde ich die Aussage besser als anders herum…

    In Hinblick auf artgerechte Haltung, Züchter und viel Recherche vor dem Hamsterkauf habt ihr sicherlich recht. Doch das ist meiner Meinung nach leider nicht der Regelfall und besonders das Wissen, dass man auch bereit sein muss, die Tiere sofort zu trennen, falls es nicht klappt, ist nicht bei jedem verankert. Ich muss schließlich den Platz für zwei Käfige einplanen bzw. Möglichkeiten, einen großen zu trennen. Dieses Bewusstsein fehlt dann unter Umständen. Ich habe schon Kinder in Zoohandlungen gesehen, die ein Laufrad für ihren Hamster kaufen wollten, dass vielleicht 10 cm Durchmesser hatte. Und keiner der Verkäufer hat das berichtigt. Und mich hat man komisch angeguckt, als ich ihnen erklärt habe, dass das selbst für einen Zwerghamster zu klein sei…

    Prinzipiell gilt natürlich: Weg mit den Halbwahrheiten und her mit der richtigen Wahrheit. ;)

  5. Hallo Fabian,

    auich Du berichtest in Deinem Artikel Halbwahrheiten.
    Bevor ich aber dazu komme, möchte ich Chriisiys Beitrag aber zustimmen. Lieber Zwerge als Einzeltiere propagieren, als als Gruppentiere, ohne das nötige Hintergrundwissen. Sorum ist es für die Tiere auf jeden Fall sicherer.

    So, nun zu Deinen Halbwahrheiten.
    Es stimmt nicht, dass nur Campbells zu mehreren zu halten sind. EIgentlich sind von den gängigen Hamsterarten nur Mittelhamster die absoluten Einzelgänger. Bei chinesischen Streifenhamstern weiß ich es nicht.
    Roborowskis kann man genau wie Campbells zusammenhalten. Es sind eigentlich genau die selben Bedingungen dafür notwendig.
    Unter strenger Beobachtung und der Möglichkeit, sofort zu trennen, kannn mana ber auch Dsungaren zusammenhalten.

    Liebe Grüße

    Kathrin

  6. Fabian sagt:

    @Heike: Es ist immer gut, wenn der Zwerghamster im TV, im Internet oder in Fachzeitschriften behandelt wird. Nur so bekommt man mit, dass es auch über Zwerghamster einiges zu erfahren und zu beachten gibt und diesen nicht einfach in der Zoohandlung kauft, zu Hause hinstellt und gut ist.

    @chrissi: Du hast völlig Recht, wenn du sagst, dass man grundsätzlich lieber Einzelhaltung empfehlen sollte. Es wird nur leider meistens nicht empfohlen, sondern behauptet, dass Campbells Einzelgänger sind. Das ist der Unterschied und die Tatsache, die uns nicht gefällt. Allgemein finden wir es immer gut, wenn über Zwerghamster berichtet und Wissen vermittelt wird.

    @Fehlerteufelchen: Ich habe kein Halbwahrheiten geschrieben und auch nicht behauptet, dass _nur_ Campbells in der Gruppe gehalten werden. Bei Campbells weiß ich es – die Bedingungen, die eine Gruppenhaltung erlauben, habe ich genannt. Ich habe nur geschrieben, dass es bei vielen anderen Arten anders ist. Die Arten und Umstände habe ich nicht genannt. Wir möchten uns auf myCampbell.de auch nicht aus dem Fenster lehnen und Annahmen treffen. Wir haben Campbells, informieren uns ständig über die Art und schreiben auch darüber. Artenspezifisches Wissen haben wir deshalb auch nur zu Campbells. Es wäre unglaubwürdig, wenn wir so nebenbei andere Arten behandeln würden.

  7. Ramona sagt:

    Hey, dringende Frage! Ich habe ein super tolles Campelli-Weibchen. Am Anfang war sie ziemlich aggressiv, hat immer munter und willig drauf los gebissen, aber mittlerweile ist sie super süß, knabbert manchmal noch oder beißt mal bei Verwirrung, aber dann nur, wenn ich meine Hand unpraktisch in den Käfig halte. Wenn ich die Tür aufmache und die Hand ausstrecke, klettert sie langsam und ganz brav drauf, vertraut mir richtig. Sie ist jetzt mittlerweile fast 5 Monate alt. So, ich würde gerne ein Männchen (!) dazu holen, um auch einmal Nachwuchs zu haben. Meine Fragen wären

    1. Kann man Männchen und Weibchen zusammen halten? (evtl. auch längerfristig, aber das könnte ich noch klären.)

    2. Ist es okay, dass die beiden sich ja noch gar nicht kennen/nicht vom selben Wurf sind? (auch wenn ich sie aus derselben Handlung holen würde)

    Antworten wären klasse! Danke!

    Liebe Grüße,
    Ramona

  8. Fabian sagt:

    @Ramona: Vielen Dank für deine Frage! Dass Campbells manchmal “beißen”, wenn man seine Hand (unvorteilhaft) in den Käfig steckt, ist normal. Wir kennen das auch bei unseren handzahmen Hamstern und interpretieren es als Revierverteidigung. Manchmal beißen sie, manchmal testen sie nur an – auch wenn beide Fälle echt wehtun können…
    Zu deinen Fragen. Bevor du züchtest, solltest du dich auf jeden Fall erst einmal mit dem Tier Hamster auseinandersetzen. Deine Fragen zeigen uns, dass du das noch nicht getan hast. Leider verwechseln viele Hamsterbesitzer das “Züchten” mit dem “Vermehren”. Es gehört viel mehr dazu, als ein Weibchen mit einem Männchen zusammen zu tun. Regelmäßiges und richtiges Füttern, Geschlechtererkennung, Arztbesuche, Beschäftigung mit allen (!!!) Tieren, Weitervermittlung von Jungtieren, Zurücknehmen von Jungtieren, … Aus diesem Grund züchten wir selbst auch nicht. Es wäre einerseits eine sehr große Verantwortung; außerdem fehlt uns die Zeit. Und die braucht man.
    Männchen und Weibchen sollte man nie dauerhaft zusammen halten. Du hast sonst fast im Wochentakt Hamsterjunge. Nicht nur das Männchen, auch die männlichen Jungtiere schwängern das Weibchen und die weiblichen Jungtiere. Außerdem braucht das Weibchen nach jedem Wurf eine Auszeit, um sich von den Strapazen erholen zu können.
    Hamster sollten nie aus dem gleichen Wurf stammen, also Geschwister sein, noch sollten sie gemeinsame Vorfahren haben, um einen sauberen Stammbaum gewährleisten zu können. Gerade Campbell-Zwerghamster haben sehr mit Erbkrankheiten zu kämpfen, die sich natürlich auf diesem Weg schnell ausbreiten. Diabetes und andere Krankheiten sind für Campbells nicht angenehm und bewusst in Kauf genommen nur gemein. Und weil man eben auf den Stammbaum der Zuchtpaare achten muss, sollte man Hamster nie aus einer Handlung holen, da dort fast nie Informationen über Herkunft, Erbkrankheiten, usw. zu finden sind. Wir, als Hamsterliebhaber, sind sogar der Meinung, dass man Hamster nie aus einer Zoohandlung holen sollte. Nicht-artgerechte Hamsterhaltung darf man einfach nicht unterstützen. Wenn man Hamster haben möchte, sollte man einen Züchter oder die Hamsterhilfe aufsuchen. Beim Züchter des Vertrauens ist man immer gut aufgehoben, hat einen ständigen Ansprechpartner, bekommt Hilfestellung bei Problemen und kann sich sicher sein, dass man keine Vermehrer unterstützt. Holt man sich seinen Hamster bei der Hamsterhilfe, tut man verlorenen Seelen etwas Gutes und gibt den kleinen Fellklopsen ein Zuhause.
    Ramona, bitte tu uns und ganz besonders deinen Hamstern den Gefallen und überdenke deine Idee. Auch wenn du Hamsterbabies total niedlich findest und gern das Gewusel in deinem eigenen Käfig hättest, ist das der falsche Grund für Hamsterzucht. Es geht nicht um dich, sondern um die Hamster als Lebewesen. Die Verantwortung steigt um ein Vielfaches. Wenn du deine Hamster später nicht in verantwortungsvolle Hände weitergeben kannst, musst du sie selbst behalten und für jeden dieser Hamster einen eigenen Käfig haben und alle diese Hamster auch ernähren können.
    Pflege deinen Hamster, halte ihn artgerecht, beobachte und lerne von ihm. Du wirst viel Freude an deinem Tier und den folgenden haben. Wenn du in einigen Jahren immernoch den Wunsch verspürst, eigene Hamster zu züchten, dann hast du hoffentlich genug Erfahrungen mit der artgerechten Hamsterhaltung gesammelt und Kontakte mit anderen seriösen Hamsterzüchtern geknüpft, dass du die Verantwortung tragen kannst. Hört sich vielleicht etwas großväterlich an, ist aber der richtige Weg. Liebe Grüße, Fabian und Katrin.

  9. [...] Nachtrag: Bin soeben über den Blogbeitrag von Fabian und Katrin gestolpert, die auch züchten. Wenn man Glück hat, kann man Campbell-Weibchen als Pärchen oder sogar in einer Gruppe halten! In diesem Fall Sorry für meine Unwissenheit und hier der Link zum Blogeintrag: Halbwahrheiten – Campbell-Zwerghamster und Einzelhaltung. [...]

  10. [...] möchte ich euch den Blogeintrag “Halbwahrheiten: Campell Zwerghamster und Einzelhaltung” sowie Fabian’s Kommentar auf meinem Blog zum Thema “Tipps: Hamsterhaltung, [...]

  11. [...] hier auf einen neueren Blogeintrag zu Einzel-, Paar- oder Gruppenhaltung und somit auch auf einen Blogeintrag von Fabian von mycampbell.de [...]

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