Unter unserem Beitrag zu Halbwahrheiten über Campbell-Zwerghamster hatte eine Leserin unseres Blogs den Wunsch geäußert, eigene Campbells zu züchten und stellte uns deshalb einige Fragen. Die Fragen zeigten allerdings so stark auf Unerfahrenheit und Unwissenheit, dass wir uns viel Zeit ließen, eine passende Antwort zu formulieren und sind immernoch nicht richtig zufrieden mit dem, was wir geschrieben haben.

Natürlich haben wir mit unserem Kommentar deutlich gemacht, dass man nicht einfach Weibchen und Männchen zusammenpacken kann und abwartet, was passiert. Wir haben uns auch gefreut, dass uns Fragen dieser Art gestellt werden und es bedeutet uns viel. Aber gleichzeitig wurde uns bewusst, dass es nicht nur Hamsterfreunde gibt, die nachfragen, bevor sie handeln. Wieviele Menschen machen einfach das, was wir in diesem Fall gefragt wurden – ohne zu fragen? Wievielen ist es egal?

Wir haben uns Gedanken darüber gemacht, wann man züchten sollte – es geht hier durchaus nicht nur um Campbell-Zwerghamster. Auch bei Hunden, Katzen und anderen Tieren sollte die Motivation die richtige sein. Aber welches ist die richtige Motivation? Wann darf man züchten? Wann hat man sich genügend Wissen angeeignet? Wann hat man genügend Erfahrungen mit einer Tierart gesammelt? Wann handelt man im Namen des Tieres und nicht nur für sich selbst?

Wir selbst geben mit Frieda, Maja und Hugo inzwischen Hamster 4, 5 und 6 ein Zuhause. Wir haben in den letzten Jahren Fehler gemacht, aber auch viel gelernt. Es ist uns wichtig, unseren Lernprozess auf myCampbell.de festzuhalten. Beispielsweise hatten auch wir früher einen Joggingball und eine Futterkugel. Heute wissen wir, dass diese Hamsterzubehör nicht artgerecht und sogar gefährlich ist und schreiben darüber. Wir informieren uns über Neuentwicklungen und Verbesserungen bei Hamsterkäfigen und Hamsterzubehör, lesen in Foren, hinterfragen Behauptungen und Fakten und verbessern ständig die Behausungen unserer Campbells. Gern darf man auch auf myCampbell.de das diskutieren, was wir schreiben.

Aber sind wir deshalb als Züchter geeignet? Für uns ist die Antwort einfach: nein. Es geht nämlich nicht ausschließlich um Wissen. Man muss ganz klar wissen, dass man viel Zeit und Platz benötigt – auch wenn Zwerghamster zu den kleinsten Haustieren gehören. Wir wollen einfach nicht auf unsere Wochenenden verzichten. Wir wollen auch mal wegfahren. Wir möchten uns nicht Tag und Nacht nur mit Hamstern beschäftigen. Wir wissen nicht, ob wir in 5 oder 10 Jahren immernoch Hamster haben werden.

Hamster sind zur Zeit unsere treuen Wegbegleiter und sie geben uns sehr viel. Aber gerade, weil wir Hamster mögen, steht bei uns der Hamster und seine artgerechte Haltung im Vordergrund. Und deshalb ist bei uns momentan bei drei Hamstern gleichzeitig Schluss.

Wie seht ihr das? Wann sollte man (nicht) züchten?


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Autor des Artikels: Fabian

Seit Juni 2008 betreibe ich mit Katrin myCampbell.de. Wenn ich hier nicht blogge, bin ich Web-Entwickler, spiele E-Gitarre und Trompete und genieße mein Leben als Wahl-Berliner.

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5 Kommentare zu “Wann sollte man (nicht) züchten?”

  1. Heike sagt:

    Auch mein allererster Dsungare hatte eine Joggingkugel. Mittlerweile habe ich sehr viel dazu gelernt. Meine 3 “neuen” Hamster sind alle 3 von seriösen liebevollen Hobbyzüchtern. Egal welches Tier, Zooladentiere sollten generell nicht gekauft werden. Schließlich kaufe ich meinen Hund auch nicht direkt an der tschechischen oder polnischen Grenze.

    Hier ein Link zu einer Hamster-Genetikseite: http://hamstergenetik.jimdo.com/zwerghamster/campbell-genetik Allein die Vielfalt bei Campbellis zeigt, dass nur erfahrene Hamsterbesitzer eine Verpaarung vornehmen sollten. Die Kreuzung einiger Farben darf keinesfalls erfolgen!!! Das kann den tödlichen Ausgang für die Babys und die Mutter bedeuten.

  2. Andrea sagt:

    Züchten beinhaltet viel mehr, als zwei Tierchen zusammenzusetzen und “der Natur ihren Lauf zu lassen”.

    Ich würde es auch super finden, regelmäßig das Haus voll kleiner Katzen zu haben, aber da ich weiss, was da alles dranhängt (Tierarzt- und Futterkosten, Zeit, Nerven etc. etc.) lasse ich das schön bleiben. Bei Rassekatzen ist ja auch noch das Problem, dass man als Züchter seine Tiere auf Ausstellungen präsentieren muss und davon halte ich überhaupt gar nichts.

    Gerade bei Katzen hält sich immer noch der Mythos, eine weibliche Katze sollte zumindest einmal im Leben Junge bekommen. Dann werden gerade freilaufende Katzen nicht kastriert und vermehren sich wie die sprichwörtlichen Karnickel. Das ist kein verantwortungsvoller Umgang mit Tieren.

    Ich kann mir vorstellen, dass bei so kleinen Tieren wie Hamstern die Hemmschwelle, einfach mal zwei Tiere zusammenzusetzen, noch viel niedriger ist. Dann hat man auf einmal eine Handvoll Mini-Hamster und weiss nicht wohin damit…

  3. Sonja sagt:

    Hallo,

    echt klasse dass ihr euch so viel Zeit nehmt um eure Leser darüber aufzuklären. Man merkt, dass ihr versucht etwas Wichtiges zu vermitteln.

    Zucht ist mit sehr viel Zeitaufwand, Platz, Wissen und vorallem finanziellen Mitteln verbunden. Das vergessen die Meisten oder sie verdrängen es?

    Ganz ehrlich, wenn ich mal ganz genau ausrechnen würde, was ich bislang in meine Zucht investiert habe, würde ich wahrscheinlich umfallen… Ein neues Auto wäre auch mal was oder? ;-) Aber nein ich möchte das Geld in meine Tiere stecken und in die Zucht.

    Demnächst werde ich auch einen Blogeintrag zum Thema “Kosten einer Zucht” verfassen….

    Wer Lust hat, kann ja mal reinschauen!

    Also ihr Lieben, ganz klasse was ihr hier leistet und schreibt.

    Liebe Grüße
    Sonja

  4. Tina Umlauft sagt:

    Ich finde das hier eine gute und kurze Zusammenstellung:
    http://www.hamsterboard.de/thread.php?threadid=3825

  5. markus sagt:

    hallo!

    ich bin absolut gegen jegliche zucht bzw vermehrung von haustieren. denn keine, auch so gute haustierhaltung kann dem tier gerecht werden. es geht doch nur darum menschliche bedürfnisse (welche auch immer) zu befriedigen. das bedürfnis der tiere steht meistens im hintergrund.

    tiere gehören in die natur und nicht hinter gitter. man sollte sich lieber für umweltschutz und wildtierschutz einsetzen. das würde uns langfristig mehr helfen.

    vlg, markus

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